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Traumtyp



 
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anonym
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BeitragVerfasst am: 29.07.2007, 22:59    Titel: Traumtyp Antworten mit Zitat

Traumtyp

Johlendes Getöse, Beifall ohne Ende, gellendes Pfeifen — alles nur Bekundungen der Begeisterung.

Erhobenen Hauptes und strahlenden Blickes winkte ich
in die Menge. Ich hatte es geschafft, ich war der
Größte, der Beste - mit Tränen in den Augen warf ich
Handküsse in die Menge!

Der Beifall wurde rhythmisch, immer noch mit Pfiffen unterlegt; ich winkte in die Menge und verschwand hinter der Bühne.

Der Beifall wurde stärker, die Halle bebte von dem Getrampel der Füße. Noch nicht, noch nicht, dachte ich mir - lass sie noch ein bisschen betteln....

... Bodo!, Bodo!, Bodo!

Klatsch, klatsch, klatsch, klatsch...

Na gut, na gut, ich komm ja schon.

Sobald ich auf der Bühne wieder zu sehen war, wurde der Beifall noch lauter, die Pfiffe noch gellender und ich trat nach vorn, verbeugte mich und deutete an, dass es weiter geht.

rrrrrr,,.,,, rrrrrr rrrrrr rrrrrr,
oh ! Ein blinzeln zum Wecker ..... rrrzzzzz .

Dröhnend donnert der Bass los, das Schlagzeug setzt ein und ...
Oh baby, be happy and come to me .... ,,,

Fast jeder der Konzertbesucher kannte das Lied und ein Meer von brennenden Wunderkerzen und Feuer....!?

rrrrrr rrrrrr.,,.., rrrrrr rrrrrr,

Unglück?! Was ist los ?

Wo sind die Leute, warum schreit und klatscht keiner mehr? Es war doch eben schön, so unbeschreiblich schön.

Dunkelheit, Lichterschein, helle Streifen!

Es ist Morgen! Ich hatte geträumt!

rrrrrr..,.. rrrrrr rrrrrr rrrrrr,

„Los auf, was soll ,s.

Mit einem noch müden Griff wurde der Wecker zur Ruhe gebracht, noch ein bisschen Dösen, noch ein bisschen nachträumen. Augen zu, Kopf ins Kissen gepresst. Nun los schon, es muß doch weiter gehen!

Jetzt, ja da hatte ich es wieder!!! Das Publikum in den Reihen konnte ich jetzt wieder genau sehen und es tobte und jubelte, die Feuerzeuge wurden geschwenkt.. ,, Oh Baby, be happy... ,,. Ich sang zärtlich in das Mikrophon und griff zum Mikrophonständer und zog ihn zu mir rüber, den Arm mit ausgestrecktem Finger nach vorn gerichtet....... ! ? ! ?

„Sebastian, du kannst nicht mehr schlafen!!!

Sebaaastiaaan !!! — Auuuufsteeeehen !!!

Komm mein Schatz, du mußt aufstehen, du musst pünktlich an der Arbeit sein und in dreißig Minuten geht schon dein Bus.“

„Ach Mama, ich bleib heute liegen, eigentlich ist mir gar nicht gut.“

„Hör‘ auf zu spinnen und schwing‘ dich aus dem Bett, Basti, aber dalli.“

„Heute läuft eh‘ nix, der Chef ist nicht da und der
Müller läßt sowieso nur die Puppen tanzen.“

„Den einen Tag heute wirst Du auch noch überstehen, morgen ist Wochenende und dann kannst Du ausschlafen. Komm steh auf, draußen scheint die Sonne, es wird ein richtig schöner Tag.“

„Ja,ja, und ich soll früh aufstehen und arbeiten. Da ist es doch völlig egal, ob die Sonne scheint oder nicht.“

„Du wirst es im Leben nie zu was bringen, wenn Du dich nur müde im Bett rumräkelst, abends spät schlafen gehst, morgens nicht aus dem Bett kommst und jeder Laune nachgibst und Dich v o n d e r
A r b e i t fernhält.“

Die Stimme wurde immer lauter ich hatte das Gefühl, dass jemand mit ständig mahnenden Worten mein Zimmer betrat. Es war nicht nur ein Gefühl, es war Realität!

Ratter, klapper — peng, das grelle Sonnenlicht traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Wenn ich soeben noch die Augen nicht aufmachen wollte, jetzt konnte ich es nicht.

„Dein Bus fährt in 25 Minuten, du musst schon ein bisschen schneller machen. Warum hast du eigentlich vorhin so laut geschrien? Außerdem klang es so, als ob du singen würdest. Ich habe gedacht, du bist längst wach. Du kannst doch gar nicht singen, was war los?

Ich stand auf, ging ins Bad direkt unter die Dusche und drehte sie voll an — und — ich hörte nur noch das Wasser rauschen und keine Aufforderungen und Kommentare mehr.“ ... Oh, Baby, be happy..!“

Selbstverständlich bekam ich meinen Bus noch, der Arbeitstag verging schneller als ich befürchtet hatte. Abends war ich dann bei Fred zu einer Party eingeladen.

Starke Musikfete und mir fiel mein Traum von der letzten Nacht wieder ein. ... schön, einfach schön ... !

Ich schlürfte an meinem Glas, schloss die Augen und versuchte den Traum wieder einzufangen, immer und immer wieder, bis ich an der Schulter angestoßen wurde:

„Hey, pennst Du, oder kann man sich mit dir auch unterhalten?“

Ich blickte hoch in ein lächelndes Gesicht, mit kastanienbraunen Wuschellocken und undefinierbar dunklen Augen. Hey, du bist doch der Basti, mach mal Platz.

„Mmh, ja, äh!“

„Danke, ich bin die Petra und habe dich schon auf der letzten Fete beim Dieter gesehen, wo du so ausgeflippt getanzt hast.“

Noch war ich um eine Antwort verlegen, aber
meinen Traum suchte ich in diesem Moment nicht mehr.

... Vielleicht hatte ich ihn gefunden? ... vielleicht und
hoffentlich für ein bisschen länger.
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